Arbeitsmarkt Krieg lässt Arbeitslosigkeit steigen

Im Juli 2022 waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Wiesbaden insgesamt 15.398 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg um 707 Personen oder +4,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr waren im Juli 545 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen, ein Rückgang um -3,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote für Juli 2022 liegt bei 6,0 Prozent, gegenüber dem Vormonat bedeutet dies einen Anstieg um 0,2, gegenüber dem Vorjahresmonat einen Rückgang um -0,2 Prozentpunkte.

"Mit der Übernahme der Betreuung der geflüchteten Menschen aus der Ukraine durch die Jobcenter ist der Ukraine-Krieg in gewisser Weise auf dem heimischen Arbeitsmarkt angekommen. Hierbei handelt es sich allerdings um einen Sondereffekt, der nichts über die wirkliche Dynamik auf dem Arbeitsmarkt aussagt", erklärt Alexander Baumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Wiesbaden. "Die Zahl der gemeldeten Stellen ist für einen Juli durchaus zufriedenstellend und auch andere Parameter, wie beispielsweise die Kurzarbeit und der hohe Beschäftigungsstand, sprechen für einen robusten Arbeitsmarkt. Zudem werden die Klagen aus den Unternehmen über fehlende Fachkräfte zunehmend lauter. Die mehr als angespannte Personalsituation am nahegelegenen Flughafen ist nur ein prominentes Beispiel dafür und zeigt, dass der personelle Aderlass mancher Branchen während der Corona-Pandemie zu einer Verschärfung der Fachkräftenachfrage geführt hat."

Im Rechtskreis Sozialgesetzbuch III (SGB III), für den die Agentur für Arbeit Wiesbaden zuständig ist, stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um 92 Personen oder +2,5 Prozent. Im Rechtskreis SGB II, welcher im Agenturbezirk Wiesbaden in kommunaler Hand liegt, stieg die Arbeitslosigkeit um 615 Personen oder +5,6 Prozent an. Gegenüber dem Vorjahr waren im Rechtskreis SGB III 729 Menschen weniger ohne Arbeit (-16,3 Prozent), im Rechtskreis SGB II waren es 184 Menschen mehr (+1,6 Prozent).

Im Rheingau-Taunus-Kreis waren 3.845 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote im Juli betrug wie in den beiden Vormonaten 3,8 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen um 453 Personen (-10,5 Prozent).

Im Vormonatsvergleich waren im Rechtskreis SGB III 16 Personen mehr arbeitslos (+1,1 Prozent). Innerhalb des Rechtskreises SGB II stieg die Arbeitslosigkeit im gleichen Zeitraum um 43 Personen (+1,8 Prozent). Für den Bereich des Rechtskreises SGB II ergibt sich im Vorjahresvergleich ein Rückgang um 178 Personen (-7,0 Prozent). Im Bereich des Rechtskreises SGB III waren es 275 Personen weniger (-15,8 Prozent) als vor einem Jahr.

Der Arbeitsagentur Wiesbaden wurden im Juli 818 freie Stellen gemeldet. Dies sind 14 Stellen mehr (+1,7 Prozent) gegenüber dem Vormonat und 67 Stellen weniger (-7,6 Prozent) als vor einem Jahr. Mit 3.218 gemeldeten offenen Stellen ist der Bestand im Vorjahresvergleich um 564 Stellen größer (+21,3 Prozent).



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