Blick über den Rhein „Wir machen Musik - unsere Musik“
Das Trio SCHO eröffnete den Wallufer Kultur-Sommer 2026 an der Alten Johanniskirche
Niederwalluf. (jh) –
Der Wallufer Sommer 2026 startete musikalisch mit dem Trio Scho und dem Programm „Transit“. "SCHO" (ukrainisch "schjo") ist ein Slang-Wort und heißt so viel wie "Was soll sein?!" - und für Trio SCHO bedeutet es "Wir machen Musik, unsere Musik!"
Begrüßt wurde das Publikum vom Vorsitzenden der Kulturinitiative Alte Johanniskirche e.V., Frank Grevsmühl. Traditionsgemäß erschienen auch Wallufs Bürgermeister Nikolaos Stavridis und die Vorsitzende der Gemeindevertretung Ulrike Hans: Beide überreichten dem Vorstand je einen Briefumschlag mit innenliegendem Scheck, den Frank Grevsmühl flugs an sich nahm und damit schnell die Bühne verlies. In allen drei Grußworten wurde Dank für die Unterstützer und Helfer ausgesprochen. Der Abend solle für ein paar Stunden den Alltag vergessen machen. „Behalten Sie trotz der schwierigen Weltlage Ihre Zuversicht“, gab der Bürgermeister den Gästen mit auf den Weg.
Schnell noch ein Schluck aus der Pulle. Und dann legten sie los, die aus der Ukraine und Sibirien stammenden Musiker. Ach nein. Gennadij Desatnik brachte das Publikum gleich zum Lachen, weil er behauptete, seine Geige in der provisorischen Garderobe vergessen zu haben. Der Weg zum Publikum war geebnet. Und als es auch noch eine russische Textzeile gleich im ersten Lied mitzusingen galt, war das Publikum Feuer und Flamme. Humorvoll moderierte der Bandleader durch das Programm und hatte immer wieder augenzwinkernd einen Scherz in petto. Als er beispielsweise erwähnt, das Trio SCHO als Film-Band in der 10-teiligen Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ von Dominik Graf auftrat. „Na, so etwa 30 Sekunden waren wir da im Bild. Aber, wir können sagen, wir sind im Fernsehen aufgetreten.“ Beifall von den Gästen.
Das Trio Scho gründete sich im Jahr 1991 in der ukrainischen Stadt Poltava. Seit 1994 ist das Trio in Berlin ansässig. „In Berlin verliebt man sich nicht gleich. Das dauert,“ so Gennadij Desatnik. Lacher im Publikum.
Zum Repertoire des Trio SCHO gehören Lieder und Instrumentalstücke von den "Goldenen Zwanzigern" bis in die Jetzt-Zeit sowie eigene Lieder, Swing und Bossa Nova. Vorgetragen werden die Lieder in vielen europäischen Sprachen, aber selbstverständlich sind Heimatlieder auf Russisch und Ukrainisch dabei. Seit 1999 arbeitet das Ensemble mit Karsten Troyke zusammen. Davon gibt es an diesem Sommerabend eine Kostprobe. Die drei Musiker Gennadij Desatnik (Gesang, Violine und Gitarre), Valeriy Khoryshman (Akkordeon, Gesang) und Alexander Franz (Kontrabass, Gesang) präsentierten auf der Bühne vor der Johanniskirchenruine ihre musikalische Vielseitigkeit. Mit Gesang, Geige, Gitarre, Akkordeon und Kontrabass nahm das Trio SCHO das Publikum auf eine musikalische, grenzüberschreitende Reise mit. Wie bei jeder Veranstaltung der Kulturinitiative, bot die Küche auf die Nationalität der Gäste abgestimmte, leckere Speisen an. Dieses Mal waren es osteuropäische Gerichte, unter anderem eine kalte Kefirsuppe mit Wurst- und Gemüsebeilage – bei den sommerlichen Temperaturen ein Hochgenuss, hörte man von den Gästen.





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