Abi-Ball: VoFi-Party einmal etwas anders

Abi-Ball: VoFi-Party einmal etwas anders
Ursulinen-Abi-Jahrgang veranstaltet musikalische Weinprobe / Alles außer Riesling

Gemeinschaftsaktion: Die angehenden Abiturientinnen kümmerten sich um den Ausschank der Weine.

Geisenheim. (hhs) — Um ihren Abi-Ball zu finanzieren, gehen die Schülerinnen und Schüler der St. Ursula-Schule neue Wege. Statt einer klassischen Vorfinanzierungs-Party veranstalteten sie am letzten Sonntag ein „Wine EVENT“. In der Aula hatten sie eine Weinprobe organisiert, die unter dem Motto stand: „Alles außer Riesling“.

„Sensationell, was die auf die Beine gestellt haben“ – Ute Herrmann, Schulelternbeiratsvorsitzende der St. Ursula-Schule und selbst Mutter eines angehenden Abiturienten, war begeistert. „Toll, wie Ihr in dieser eher nüchterne Aula eine solch heimelige Atmosphäre gezaubert habt“, lobte Dunja Koppenhöfer, ebenfalls Mutter einer Schülerin aus dem Abi-Jahrgang und zugleich als Pianistin und Sängerin ein wesentlicher Teil der musikalischen Weinprobe. Und Brigitte Lorenz, Schulleiterin der St. Ursula-Schule freute sich, dass ihre Schülerinnen und Schüler ihr „Wine EVENT“ an ihrer Schule durchführten und sich nicht eine Location außerhalb gesucht hatten. Lorenz gefiel auch, dass sie – außer dass sie das Placet geben musste – kaum noch etwas von der Organisation im Vorfeld mitbekam. Unisono lobten die Erwachsenen die Eigeninitiative der jungen Leute, die sich in ihrer Schulzeit zu einer verschworenen Gemeinschaft entwickelt hätten. Nur so sei es möglich gewesen, die Veranstaltung zu organisieren.

Ideengeberinnen war ein weinaffines Quartett aus Marie Flach, Annika Kempnich, Mirjam Christmann und Jana von Uffel, die als Weinprinzessin seit diesem Jahr den Hattenheimer Wein repräsentiert. „Die Weinprobe soll die VoFi-Partys bisschen ersetzten, denn wir haben von vielen Jahrgängen gehört, dass diese Partys meistens schief gehen. Deshalb wollten wir einfach mal was anderes machen und haben uns für eine Weinprobe entschieden“, begründete Jana von Uffel die Motivation des Jahrgangs.

Nachdem die Idee einer Weinprobe Gestalt angenommen hatte, wurden Weine bei Verwandten, Bekannten oder Freunden eingesammelt – das Ganze unter der Prämisse, „alles außer Riesling“. So kam eine hochinteressante Palette an Weinen zusammen – vom Weißburgunder aus dem Weingut Schreiner-Kempnich über einen – für den Rheingau – exotischen Grünen Veltliner aus dem Weingut Koegler, bis hin zu einem Pinot noir aus dem gleichen Weingut – jener Rebsorte, mit dem sich Kögler einen Namen als Spätburgunderspezialist gemacht hat. Eine weitere Rarität war ein Sauvignon blanc von Fred Prinz. Dass die Burgundersorten im Riesling-Land Rheingau an Bedeutung gewinnen, zeigten weitere Proben des abwechslungsreichen Abends: Einen „blanc de noir“ aus dem Weingut Crass, eine Cuvée aus gleich drei Burgunder-Sorten sowie ein Weißherbst aus dem Weingut Gerster Wagner – dem Patenweingut der Hattenheimer Weinprinzessin Jana von Uffel, die ebenfalls zu dem Abiturienten-Jahrgang zählt.

Seitenwechsel

Eine andere – ehemalige – Hattenheimer Weinmajestät führte charmant und kenntnisreich durch die Weinprobe: Louisa Follrich, selbst Ursulinen-Absolventin, später sogar Rheingauer Weinkönigin und mittlerweile mit einem Studienabschuss der Hochschule Geisenheim ausgestattet, wechselte die Seiten und stand an ihrer früheren Schule selbst im Mittelpunkt. Dass sie – wie sie selbst einräumte – anfangs nervös war, vor ihren ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern auf der Bühne zu sprechen, merkte man ihr zu keiner Zeit an. Follrich stellte mit einer überzeugenden PowerPoint-Präsentation unter Beweis, dass es heute nicht mehr nur darum geht, gute Weine zu machen, sondern sie auch ansprechend vorzustellen. Zur letzten Kreszenz des genussvollen Abends konnte aber auch Louisa Follrich wenig sagen. Hier kam Mirjam Christmann zum Zug, die einen 25 Jahre alten Kirschwein vorstellte, den ihr Opa seinerzeit produziert hatte.

Am Ende gab’s Blumen und den verdienten Applaus, von Dunja Koppenhöfer noch eine Zugabe und von der Schulleitung die Hoffnung, dass das Beispiel im wahrsten Sinne des Wortes „Schule machen“ möge. „Warum muss man immer nach draußen gehen?“, hatte Brigitte Lorenz schon zuvor die Frage in den Raum gestellt. „Unser Gelände gibt so viele Möglichkeiten her. Vielleicht könnte man auch hier mal eine Abi-Ball veranstalten“.

In jedem Fall, so die Pädagogin, trügen die Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler bei der Organisation und Durchführung sammelten, positiv zur weiteren Entwicklung der jungen Menschen bei, „vielleicht mehr als ein Punkt mehr bei einer Klausur“.

Für das Leben …

Denn die Acquisition von Spenden der Sponsoren (Brötchen kamen vom Bäcker Dries gegen einen symbolischen Freundschaftspreis, Wasser und der Sekt wurden vom Rheingau Musik Festival gesponsert, Blumen kamen von Gartengestaltung Clemens Wölfel, Kühlschränke stellte die Fa. bst zur Verfügung), Erstellung und Druck einer ansprechenden Probeliste – das Design kam von Miriam Pohl (Pohl Kommunikationsdesign) -, sowie der Betrieb der Technik (hier konnten sich die beiden Jahrgangsmitglieder Mark Steil und Tobias Vogt einbringen) bedeutete doch eine Vielfalt an Aufgaben, die über das übliche Unterrichtsgeschehen hinausgehen.

Trotz der vielen Arbeit fiel die Bilanz des Organisationsteams rundum positiv aus: „Wir waren natürlich den ganzen Abend etwas aufgeregt, konnten aber die Veranstaltung auch genießen und freuen uns unglaublich, dass alles so gut funktioniert hat und das Event den Gästen gefallen hat. Uns hat es sehr viel Spaß gemacht, alles zu organisieren, auch wenn es nicht immer einfach und mit viel Arbeit verbunden war. Es war schön zu sehen, dass sich der Aufwand gelohnt hat und nicht nur die Gäste, sondern auch unser Jahrgang einen schönen Abend hatten. Auch der Rest des Jahrganges, die geholfen haben fanden den Abend alle sehr schön“.

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