„Solidaritutt“ als Trostpflaster für die Kerb 2020

„Solidaritutt“ als Trostpflaster für die Kerb 2020

In Lorchhausen wird Solidarität weiter großgeschrieben

Popcorn, gebrannte Mandeln und mehr – die „Solidaritutt“ bringt das Kerbe-Feeling zu den Lorchhäusern nach Hause.

Lorchhausen. (sw) – „Wenn Sonn´ und Mond vom Himmel falle, Lorchhäuser Kerb wird doch gehalle“, so heißt es im Kerbespruch, den jeder neue Kerbejahrgang verinnerlicht. Doch in diesem Jahr sieht dies anderes aus. Auch wenn Sonne und Mond noch an üblicher Stelle zu finden sind, so hat die Corona-Pandemie es nun geschafft, die Feier der Lorchhäuser Kerb 2020 zu verhindern. Die Kerb selbst zeichnet sich immer wieder durch die Zusammenarbeit der Vereine und Bürger aus, die gemeinsam die Feier zur Kirchweihe der St. Bonifazius Kirche auf die Beine stellen.

„Gefühlt ist dies das Wochenende im Jahr, abgesehen von Weihnachten, an dem alle wieder in die Heimat kommen und Jung und Alt gemeinsam feiern“, so Karina Klotz vom Verein „Freunde der Feuerwehr“.

Solidarität mit Schaustellern

Dazu, dass die Lorchhäuser Kerb ein schönes Fest für die gesamte Familie sei, trage aber eben auch seit Jahrzehnten die Schaustellerfamilie Klinkerfuss bei. Seit über 40 Jahren gehören die Mitglieder der Familie Klinkerfuss die immer wieder mit Karussell, Spielbuden und natürlich einem Naschstand nach Lorchhausen kommen, fest zur Kerbegemeinschaft. „Deshalb möchten wir das, was wir hier haben, nicht untergehen lassen und auch dafür sorgen, dass wir die, die diese Situation besonders hart trifft nicht allein lassen, sondern sie unterstützen“, so Klotz. Aus diesem Grund hat der Verein die Aktion der „Solidaritutt“ ins Leben gerufen. Durch sie sollen in gemeinschaftlicher Arbeit die durch die vielen Absagen getroffenen Schausteller auch ohne Kerb unterstützt werden. „Wir klagen, dass wir kein Bier trinken können, andere haben da ganz andere Sorgen“, betont Klotz. Bei der durch den Verein „Freunde der Feuerwehr“ und Klinkerfuss geschaffenen „Solidaritutt“ handelt es sich um eine prall gefüllte Tüte mit allerlei Süßem, das sonst im Rahmen der Kerb erstanden werden kann. Über ein Formular können die Lorchhäuser eine oder mehrere dieser Tüten bestellen, die dann von Familie Klinkerfuss vorbereitet und passend zum Kerbesamstag nach Lorchhausen gebracht werden. Hier bringen die Helfer des Vereins die Tüten dann unter Einhaltung der Hygieneregeln unter die Leute und sorgen so für ein wenig Kerbe-Atmosphäre in Lorchhausen. Auf diese Weise müssen die Lorchhäuser zumindest nicht auf leckeres Popcorn und gebrannte Mandeln verzichten und haben gleichzeitig die Möglichkeit ihre Dankbarkeit für die vergangenen Jahre und ihre Solidarität zu zeigen.

„Solidaritutt“ wirdgut angenommen

Und die Lorchhäuser nehmen diese Möglichkeit gerne an. Nachdem die Aktion gestartet ist konnte man quasi über Nacht schon 20 Tüten verkaufen. Die Resonanz ist hoch und die Freunde der Kerb sind gerne bereit in dieser außergewöhnlichen Zeit auch außergewöhnliche neue Wege zu gehen. Für die unter den Lorchhäusern, denen die „Solidaritutt“ nicht ausreicht, um sie über die Absage der Kerb ein wenig hinweg zu trösten, hat sich der Verein „Freunde der Feuerwehr“ eine weitere Aktion ausgedacht. Im Rahmen der „Dehaam Kerb“ wird es am Kerbewochenende nämlich trotz Abstandsregeln die Möglichkeit des Beisammenseins geben, nur dieses Mal eben Online. Ein Stammtisch über Zoom soll das Gefühl von Gemeinschaft erhalten. Und wer Lust hat, hat hierbei außerdem die Möglichkeit seinen eigenen Kerbebaum zu erschaffen. „Hämmert, kleistert, malt, macht Fimo oder was auch immer. Seid kreativ!“, lautet der Aufruf des Vereins. Die Kreation, die per Doodle-Umfrage zum schönsten Kerbebaum gewählt wird, wird außerdem mit einem Six-Pack Corona-Bier prämiert. Absage der Kerb hin oder her, die Lorchhäuser werden sich also die Gemeinschaft und das gemeinsame Feiern auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen.

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