EBS baut für die Zukunft des Standortes

EBS baut für die Zukunft des Standortes

Erster Abschnitt der Campus-Erweiterung ist voll im Gang / Grundsteinlegung für neues Forum im April

Das riesige Feld mit den Erdarbeiten ist vielen Einheimischen wie Gästen von der B42 aus längst ins Auge gefallen.

Oestrich. (sf) – Ein Bagger schaufelt aus dem riesigen Bauloch unermüdlich dunkelbraunen Mutterboden in einen Lastwagen, der ununterbrochen die Erde vom Campusgelände der European Business School – Universität für Wirtschaft und Recht (EBS) abfährt. Die hier tätigen Bauarbeiter sind Rheingauer Unternehmer, die direkt von den umfangreichen Bauarbeiten der EBS profitieren und weitere sollen folgen. „Bei der Auswahl der Baufirmen bemühen wir uns um regionale Unternehmen.

Besonders hilfreich war hinsichtlich der Ansprache der Firmen eine Liste, die uns das Kloster Eberbach kooperativ zur Verfügung gestellt hat“, so die EBS.

Denn in den nächsten fünf Jahren soll am Standort der EBS in Oestrich der Campus rund um das historische Schloss Reichartshausen zukunftsfähig erweitert werden. Bis zu 37 Millionen Euro will die EBS hier in die Gesamtmaßnahme investieren und die derzeitigen Studentenzahlen von 1500 auf angestrebte 2500 erweitern. „Wobei immer nur die Hälfte der Studenten heute wie in Zukunft den Campus gleichzeitig nutzt, weil die andere Hälfte in Auslandssemestern oder Praktika beschäftigt ist“, erklärt Geschäftsführerin Dorothée Hofer. Gemeinsam mit Britta Deitenbach, die als Leiterin und Chefin der Administration für die Baumaßnahmen an der EBS verantwortlich zeichnet, gab sie dem Rheingau Echo einen exklusiven Einblick in die begonnenen und geplanten Bauarbeiten. „Um dem Qualitätsversprechen gegenüber unseren Studierenden gerecht zu werden, hat sich die EBS Universität gemeinsam mit der SRH zu umfangreichen Renovierungs-, Sanierungs- und Neubaumaßnahmen entschieden. Der Standort Rheingau wird sich grundlegend verändern. Es entstehen neue Gebäude für mehr Raum, die Parkanlage wird umgestaltet und auch Schloss und Nebengebäude werden in ihrer Gesamtheit neu strukturiert und modernisiert“, erläuterten die Damen im Gespräch mit dem Rheingau Echo.

Allein im ersten Bauabschnitt, der bereits im November begonnen hat und jetzt auf Hochtouren läuft, werden rund fünf Millionen Euro investiert. Schon die Planungen der Neubauten in dem denkmalgeschützten Ensemble waren sehr umfangreich. Die laufenden Bauarbeiten mit wegen Hochwasserschutz notwendigen umfangreichen Erdarbeiten und vor allem die geplanten Restaurierungen und Renovierungen an den historischen Gebäuden sind eine Mammut-Aufgabe. Doch das gut bekannte Sprichwort „In der Ruhe liegt die Kraft“ scheint Organisatorin Britta Deitenbach verinnerlicht zu haben. Mit Herzblut ist sie bei der Sache, ständig im geduldigen Gespräch mit den Dozenten, Lehrbeauftragen, Studierenden, Mitarbeitern und Kollegen, wenn es um Beschwerden über Lärm, Schmutz oder weggefallene Parkplätze geht. „Wenn wir für die Zukunft etwas tun wollen, ist das jetzt eben für eine überschaubare Zeit mit einigen Unannehmlichkeiten verbunden“, erklärt sie immer wieder. Dabei sind Klausurzeiten oder das Belegen von Lehrräumen auf den jeweils Bauarbeiten-abgewandten Seiten der Gebäude sogar Bestandteil der Bauplanung. Oder auch die Belange der Feuerwehr: Vorgezogen wurde in Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege die Öffnung der historischen Mauer entlang der Rheingaustraße. Hier sollen nicht nur ein neuer Fußgänger-Zugang und der Haupteingang entstehen. Die Mauer musste vor allem wegen Brandschutzmaßnahmen jetzt schon geöffnet werden.

Feinschliff für das Schloss

Viel Zeit und Geduld bringt Britta Deitenbach in den Gesprächen mit dem Denkmalschutz, den Bauhistorikern, Steinrestauratoren, Holzschutzgutachtern und Bauforschern mit. „Wir sind ständig miteinander im Gespräch und beim Erdbau war sogar ein Archäologe vor Ort“, erzählt sie. Eine kurze Atempause gab es, als dabei ein Brunnen gefunden wurde, der jedoch aus der Neuzeit stammt und bedenkenlos zugeschüttet werden kann. „Wir wollen an den historischen Gebäuden nichts verändern und sie im Gegenteil restaurieren, verschönern und für die Zukunft sichern“, erklärt Britta Deitenbach. Schließlich sei der Campus mit dem historischen Schloss ein besonderes Merkmal der EBS. So soll das historische Schloss auch eine Fassadenrestaurierung erhalten. „Immer wieder wurde in den letzten Jahrhunderten nur stückweise ausgebessert, teilweise auch unsachgemäß“, weiß sie.

Doch vor dem „Feinschliff“ stehen noch eine Reihe anderer Arbeiten an. Wie der Ersatz des Retentionsraums, der dem Hochwasserschutz der Gebäude geopfert wurde. Dazu wurde zunächst der Weinberg vor dem Leisler Kiep-Gebäude und viele Kubikmeter Mutterboden abgetragen. Wie ein Amphitheater wird hier ein „Rasenparterre“ entstehen, das mit passenden Sitzbänken wie ein grünes Atrium genutzt werden soll. Das riesige Feld mit den Erdarbeiten ist vielen Einheimischen wie Gästen von der B42 aus längst ins Auge gefallen und viele fragen sich, was dort wohl geschieht. Auch um Gerüchten vorzubeugen, ist die EBS immer wieder gerne bereit, offen Auskunft über die laufenden und geplanten Bauarbeiten zu geben. In der zweiten Offenlegung sind die Baupläne derzeit auch im Oestrich-Winkler Bürgerzentrum einzusehen.

Der abgetragene Weinberg, der vom Weingut Ress bearbeitet wurde, wird noch in diesem Frühjahr wieder mit Reben bepflanzt. Der Pachtvertrag mit dem Weingut Balthasar Ress wurde gerade verlängert. Auch vor dem historischen Schloss werden nach den Umbaumaßnahmen wieder Reben gepflanzt. Aktuell wird die Fläche für Baucontainer und die Lagerung von Baumaterial gebraucht.

Und nicht nur auf der westlichen Seite des Schlosses, auch im Innenhof ist derzeit „Land unter“ und der gesamte Innenhof brachliegend. In mühevoller Arbeit waren hier seit November das Pflaster und die darunter liegende Betonplatte abgetragen worden. Der dadurch frei gewordene Sockel des Schlosses wurde komplett saniert. Im Innenhof beginnt jetzt auch Dank des vergleichsweise milden Wetters in diesem Winter schon der Bau des neuen Forums im Innenhof. Das zur Schlossseite hin gläserne Gebäude wird zum größten Teil in der Erde im Innenhof versenkt, nur bis zum ersten Geschoss des historischen Schlosses reichen und damit das historische Gebäude nicht in den Hintergrund drängen. Das war eine besondere Aufgabe für die Architekten von Schümann Sunder-Plassmann und Partner aus Lübeck. Die Ausführungsplanung hatten die Architekten Krekeler Generalplaner aus Berlin-Brandenburg übernommen und die Bauleitung vor Ort hat der Frankfurter Architekt Burkhard Meyer inne.

Forum auchfür externe Events

Im Forum wird es eine Bühne und einen großen Veranstaltungsraum mit modernster Technik und Schallschutz gegen Bahnlärm geben. Dieser Raum kann dann auch für externe Veranstaltungen wie zum Beispiel Konzerte oder Lesungen genutzt und gemietet werden, erläuterte Deitenbach. Außerdem wird das Gebäude natürlich energetisch auf dem neuesten Stand gebaut und Nachhaltigkeit werde bei allen geplanten Baumaßnahmen im Mittelpunkt stehen.

Das gilt auch für die bereits auf Hochtouren laufende teilweise Sanierung der Innenräume. Nicht nur die Vorlesungsräume sollen hier neu konzipiert werden und im Laufe der Umbaumaßnahmen letztendlich alle Mitarbeiter in das Pfortenhaus am Eingang umziehen, wo dann auch der Empfang und das Studentenbüro angesiedelt werden. Vor allem auch die Mensa wird derzeit renoviert und wird sich mit einem neuen Betreiber in den historischen Schlossräumen mit moderner Bestuhlung und neu gestalteten Räumen nach dem Umzug präsentieren. Ursprünglich war sogar ein komplett neues Mensa-Gebäude geplant, dessen Umsetzung jetzt erst einmal auf Eis gelegt wurde. Stattdessen hat die Küche der Mensa im nicht historischen, aber durch den Ensembleschutz zum denkmalgeschützten Teil gehörenden Anbau ihren neuen Platz gefunden. „In diesem Anbau sind bereits die Heizungsanlagen und die Technikräume untergebracht, die Küche passt hier hervorragend dazu. Zwischen dem Anbau und dem Schloss gibt es einen kleinen Durchgang, der jetzt überdacht und mit neuem Anstrich hell und freundlich gestaltet wird“, so Deitenbach. Denn in den hier liegenden Räumen der ehemaligen Cafeteria und des Weingewölbes soll die neue Mensa den Studenten mit ansprechenden Sitzmöblierungen im Loungestil, an kleinen Tischen und einer langen Tafel Platz zum Essen und für Gespräche bieten.

Grundsteinlegung am 4. April

Die ehemaligen Mensaräume im Untergeschoss des Schlosses werden ebenfalls gerade renoviert und präsentieren sich zukünftig als Foyer für das neue Forum. Schon am Samstag, den 4. April, soll hier die feierliche Grundsteinlegung zelebriert werden. „Es gibt an diesem Tag im Rahmen des „Open Campus“ dann auch eine Vorstellung des Bebauungsplanes, eine Podiumsdiskussion mit EBS Alumni und Gelegenheiten zum Networking“, erklärt Britta Deitenbach. Die feierliche Einweihung des neuen Gebäudes ist für 2021 geplant.

Doch auch dann ist noch lange nicht Schluss mit den Erweiterungsbauten: Neben dem zunächst auf Eis gelegten Mensa-Gebäude zwischen dem Schloss und dem Pfortenhaus sind noch zwei große, langgestreckte Vorlesungsgebäude geplant, die man, immer den Studentenzahlen angepasst, bis 2025 bauen will. „Ursprünglich waren für die Gesamtarbeiten etwa 37 Millionen Euro an Investitionen geplant. Das wird variieren, je nachdem, welche der geplanten Gebäude tatsächlich gebraucht und gebaut werden“, erklärte Britta Deitenbach. Den Löwenanteil der Baukosten trage die EBS über die SRH, aber natürlich hoffe man auch darauf, Fördertöpfe für den zukunftsorientierten Erweiterungsbau der Universität ausschöpfen zu können.

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