„Die Gesundheit aller hat oberste Priorität“

„Die Gesundheit aller hat oberste Priorität“

Der Eltviller Tisch und alle Rheingauer Caritas-Tafeln haben jetzt geschlossen

Helferin Inge Nagel-Gänsler und Vorsitzender Manfred Edelmann freuten sich am Freitag über viele Lebensmittel, die in den Märkten abgeholt werden konnten.

Rheingau. (chk) – Jetzt sind alle Rheingauer „Tafeln“ geschlossen. Im Gegensatz zu den Rheingauer Tafeln der Caritas war der Eltviller Tisch noch bis zum vergangenen Freitag geöffnet. „Wir möchten mit der Schließung unsere zum Großteil älteren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer und die Besucher schützen und unseren Beitrag dazu leisten, die Infektionskurve so niedrig wie möglich zu halten“, erklärt Manfred Edelmann, Vorsitzender des Eltviller Tischs.

 

„Das ist keine leichte Entscheidung, denn wir arbeiten gerne und freiwillig hier und sind ein gut eingespieltes Team“, sagt er weiter, „aber die Gesundheit aller hat jetzt oberste Priorität.“ Gerade am Freitag war es schwer, die Schließung zu verkünden, denn die zu verteilenden Lebensmittel waren reichlich vorhanden. „So viel haben wir schon lange nicht mehr bekommen“, stellte Edelmann fest. Die Corona-Krise hatte im Einzelhandel zuletzt ihre Spuren hinterlassen: Nicht nur Toilettenpapier und Nudeln waren ausverkauft, sondern auch viele Frischeprodukte und Brot, die üblicherweise übrig bleiben und an den Eltviller Tisch abgegeben werden. Am Freitag waren unter den großzügigen Spenden auch wieder viele Frischwaren, die teilweise Privatpersonen gespendet hatten. Mit den Lebensmitteln werden wirtschaftlich schwache Familien und Einzelpersonen in Eltville, Walluf und Kiedrich versorgt.

Der Eltviller Tisch hatte etliche Sicherheitsmaßnahmen eingebaut, um notwendige Distanzen bei der Abholung der Lebensmittel einzuhalten und Besucher und Helfer zu schützen. Mit Absperrband waren die vorgegebenen Wege gekennzeichnet und die Ausgabe fand nun im Freien statt, wo die Besucher fertig gepackte Tüten entgegennahmen, die die Helferinnen und Helfer zuvor zusammengestellt hatten. Gespendet werden können weiterhin haltbare Lebensmittel, die dann ausgegeben werden, wenn der Eltviller Tisch wieder öffnet. Während der Schließung können die Waren im Netzwerkbüro in der Rheingauer Straße 41 abgebeben werden. „Ich werde mich dann darum kümmern“, sagt Manfred Edelmann, der vorschlägt, dass Spendenwillige sich auch per E-Mail melden können: eltviller.tisch[at]web[dot]de.

Innovative Ideen gefragt

Die Rheingauer Caritas-Tische, die sich inzwischen „Die Tafel Rheingau / Caritas“ nennen, haben normalerweise Ausgabestellen in Geisenheim, Lorch, Oestrich-Winkel und Rüdesheim, die allesamt geschlossen sind. „Viele der Ehrenamtlichen gehören durch Alter oder Vorerkrankung zur Risikogruppe“, teilte die Caritas-Öffentlichkeitsreferentin Verena Mikolajewski auf Anfrage mit. „Das Unterbinden von Kontakten ist derzeit das Gebot der Stunde. Dies versuchen wir verantwortungsvoll umzusetzen.“ Vermehrt erhalte die Caritas sogar Anfragen, beispielsweise von freigestellten Lehrern, die helfen wollen. „Wir freuen uns über jedes Hilfsangebot. Trotzdem geht es uns jetzt darum, Kontakte zu vermeiden, und das Eindämmen des Virus' hat oberste Priorität für uns, ebenso der Schutz für unsere Mitarbeiter und für die uns anvertrauten Menschen in allen Bereichen.“ Mit Beginn der Corona-Krise habe die Tafel Rheingau / Caritas auch die Auswirkungen der Hamsterkäufe zu spüren bekommen. „Die Menge der Lebensmittel, die wir von den Supermärkten erhalten haben, hat sich deutlich reduziert.“

Sollte die Pandemie sich dauerhaft ausbreiten, müssen die Caritas über neue und kreative Wege nachdenken. Entscheidend sei derzeit, alle pflegerischen Dienste am Laufen zu halten. Ein zweiter Schritt wäre die Hilfe von Bedürftigen und älteren Menschen, die noch nicht auf Pflege angewiesen sind. „Die Caritas wird hier auf kreative und innovative Ideen zurückgreifen, so dass wir sowohl Hilfe sicherstellen als auch die derzeitigen Regeln einhalten können“, versichert Verena Mikolajewski.

Gabriele Schlimmermann aus Aulhausen schlägt vor, die Caritas Wiesbaden-Rheingau-Taunus könne ein Spendenkonto zugunsten der registrierten Besucher der Rheingauer Tafeln einrichten und ihnen die Spenden in Form von Gutscheinen für Lebensmittel in den Supermärkten und Einzelhandelsgeschäften zukommen lassen. Bisher konnte sie für ihren Vorschlag noch keine Ansprechpartner bei der Caritas finden.

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