Gremium stellt sich den Herausforderungen

Gremium stellt sich den Herausforderungen

Frühzeitige Einberufung von Krisenstab und Schaltung des Bürgertelefons bewähren sich

Rheingau. – „51 bestätigte Corona-Virus-Fälle sind im Rheingau-Taunus-Kreis mit Stand 23. März registriert“, beginnt Dr. Renate Wilhelm, Leiterin des Gesundheitsamtes des Kreises, die Besprechung des Krisenstabes im Kreishaus in Bad Schwalbach. Das Gremium, dem neben der Gesundheitsamtsleiterin Landrat Frank Kilian, sein persönlicher Referent Ralf Bachmann, die Gesundheits-Dezernentin Monika Merkert, die drei Fachbereichsleiter K.-Michael Schardt, Liane Schmidt und Stefan Krebs, die Bürgerbeauftragte Simone Witzel, Kreisbrandinspektor Joachim Dreier und sein Stellvertreter Reiner Oswald, vom Personalrat Steffen Kunz sowie Christoph Zehler und Janina Kirsch von der Pressestelle des Kreises angehören, tagt mindestens einmal täglich, um die (Pandemie)-Lage zu besprechen.

Dabei gilt es rasch und kompetent auf die aktuellen, ganz unterschiedlichen Fragen zu reagieren, die „die Menschen im Rheingau-Taunus-Kreis bewegen“.

Das Corona-Virus hat das Land im Griff, erfordert immer neue Entscheidungen, um das Virus einzudämmen. Einmal in der Woche tritt neben dem Krisen- auch der Verwaltungsstab zusammen, dem zusätzlich zu den Genannten der Vertreter der 17 Bürgermeister des Kreises, der Rüdesheimer Bürgermeister Klaus Zapp, und je ein Mitglied der hiesigen Polizeidirektion und der Bundeswehr angehören.

Um schnelle Entscheidungen treffen zu können, hatte Landrat Kilian den Krisenstab bereits am 27. Februar erstmals einberufen. Zugleich wurde die Einrichtung des Bürgertelefons unter der Nummer 06124/510510 beschlossen. „Diese Freischaltung zu einem frühen Zeitpunkt hat sich bewährt, weil sich die Bevölkerung mit ihren Sorgen an diese Hotline wenden konnte, um Informationen zu erhalten“, so Landrat Frank Kilian. „Es gibt viele positive Rückmeldungen, weil es den Menschen schon hilft, dass da jemand ist, mit dem sie über das Corona-Virus sprechen können. 'Ihr geht wenigstens ans Telefon und hört zu!', heißt es oft“, ergänzt Simone Witzel.

Am Beginn der vergangenen Woche waren es in der Spitze rund 200 Anrufe am Bürgertelefon, danach – von Mittwoch bis Freitag – durchschnittlich etwa 100. Da drehten sich viele Fragen, um das Thema Heirat oder können Trauerfeiern noch stattfinden. Auch die Kreishaus-Schließung für den Publikumsverkehr wurde diskutiert wie die Betreuung von Kindern und Schülern.

Nun stellt die Bürgerbeauftragte eine Verschiebung fest. Simone Witzel: „Derzeit rufen vor allem viele Selbstständige an, die wissen wollen, wie es nach der Schließung ihrer Firma, ihrer Gaststätte, ihres Ladens weitergehen soll. Wo erhalten sie die Anträge für die zugesagten, finanziellen Hilfen.“ Was ist mit dem Kurzarbeitergeld? – so lautet eine weitere Frage. Selbst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Bürgertelefon warten händeringend auf Informationen von Bund und Land, die die Finanzmittel zusagten. Am Montag gibt es dann Informationsmaterial zum Kurzarbeitergeld, das sogleich auf die Homepage des Kreises unter www.rheingau-taunus.de gestellt wird.

An Kapazitätsgrenzen stößt derweil das Personal des Gesundheitsamtes. Seit fast vier Wochen sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Leiterin Dr. Renate Wilhelm rund um die Uhr und auch an den Wochenenden im Einsatz. Der Kampf gegen das Corona-Virus lässt kaum eine Pause zu; selbst nachts kann die Rufbereitschaft für dringende Fälle erreicht werden. „Den positiv getesteten Personen die Quarantäne-Verordnung persönlich überbringen, die Listen mit möglichen Kontaktpersonen erstellen und überprüfen. Spezielle Fragen rund um das Virus erläutern und erklären, wie etwa die Kontaktsperre in Senioren- und Pflegeheimen anzuwenden ist – das ist ein kleiner Teil der derzeitigen Arbeiten des Amtes“, berichtet Gesundheits-Dezernentin Monika Merkert. Das Team des Gesundheitsamtes zeige sich trotz des Aufwandes weiter hochmotiviert und stellt sich der Herausforderung, die Pandemie im Kreis erfolgreich einzudämmen. Doch viel Zeit bleibt nicht zur Erörterung. Denn schon brennen andere Themen auf den Nägeln. Plötzlich stellt sich in der Sitzung des Krisenstabes die Frage: „Wie gelangen Dialyse-Patienten zu ihrer Dialyse-Praxis, wenn Krankentransport-Unternehmen diese Fahrten nicht mehr durchführen?“ Schließlich zählen diese Patienten zur Risikogruppe. Auch dafür gibt es spezielle Ausführungen von Dr. Renate Wilhelm. Landrat Kilian, Monika Merkert und Dr. Wilhelm sind deshalb auch erfreut, dass eine Medizinstudentin und ein Rettungssanitäter ihre Mitarbeit angeboten haben. „In diesen Zeiten müssen wir unkonventionelle Lösungen anstreben, um die Herausforderungen zu meistern. Denn: Helfende Menschen werden immer benötigt“, so der Landrat. Schon erreicht ihn die nächste Mail. Schließlich jagt in diesen Tagen – fast schon stündlich – eine Verordnung, bzw. Verfügung von Bund oder Land die andere und ... jede hat ihre Wertigkeit. Letztlich sollen die Kommunen sie vor Ort umsetzen. Wie können beispielsweise die verhängten Kontaktsperren im öffentlichen Raum überwacht werden? Wer kann Desinfektionsmittel oder Schutzkleidung liefern? Es sind unruhige Zeiten, die umso mehr einen klaren Kopf verlangen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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