Heute Startschuss für Lions-Weinwirtschaft

Heute Startschuss für Lions-Weinwirtschaft
Kapellenhof wird an zwei Wochenenden zum Treffpunkt für Genießer / Freie Plätze

Eingespieltes Küchenteam: Auf kleinstem Raum müssen die Köchinnen harmonieren.

Geisenheim. (hhs) — Es ist schon eine schöne Tradition, dass der Lions Club Rheingau an zwei Wochenenden im November seine Weinwirtschaft öffnet. Vom 8. bis 11. November und 15. bis 18.11. heißt es im Kapellenhof in der Rheinstraße 7 wieder: „Der Löwe schenkt aus – den Löwenanteil spenden“. Am Montag gab es einen internen Probelauf.

 

Es ist die neunte Auflage der beliebten „Weinwirtschaft“, die bis dato einen Spendenerlös von 85.000 Euro erbracht hat – mit von Jahr zu Jahr steigender Tendenz. Im letzten Jahr, so die Hauptorganisatorin Christine Meuer, gingen 1.300 Essen aus der Küche. Die raffinierten, mit viel Liebe zum Detail kreierten Gerichte sind die eine Säule des Erfolgs. Die andere sind erlesene Weine und Sekte von führenden Winzern – auch in diesem Jahr gab es wieder Spenden aus 70 renommierten Betrieben. Ein Blick auf die Weinkarte zeigt: Die Weine und Sekte sind vom Feinsten. Weingüter und Sektkellereien spenden gerne ihre besten Weine und Sekte, wohl wissend um den Werbewert der „Weinwirtschaft“, die in ihrer Bandbreite mitunter fast schon an eine Weinmesse erinnert.

Der Erfolg der „Weinwirtschaft“ ist aber zugleich auch ihr Problem. Denn allzu oft standen in der Vergangenheit Gäste enttäuscht im Kapellenhof und bekamen keinen Platz. Aus dieser Erfahrung heraus ist man zu einem Reservierungssystem übergangen, damit man sich die begehrten Plätze im Voraus sichern kann. Das macht vor allem für größere Gruppen Sinn. Für dieses Jahr, so der „Chefbucher“ Prof. Grimm, sei das Kontingent weitgehend ausgeschöpft. Besonders begehrt seien die Donnerstage, weil viele Geisenheimer Betriebe mit ihren Mitarbeitern kommen wollten.

Weil eine Reservierung aber dem klassischen Straußwirtschaftsprinzip widerspricht, können immer nur höchstens 50 Prozent der knapp 80 zur Verfügung stehenden Plätze reserviert werden. Für den Rest empfehlen die Lions: Einfach mal probieren, und notfalls etwas enger zusammenrücken – „so wie es im Rheingau guter Brauch ist“.

Phantastisch

In diesem Jahr lautet das Motto: „Der Rheingau is(s)t phantastisch“ – eine Liebeserklärung an die Region und ein kulinarisches Versprechen zugleich. Für die Kulinarik stehen an sechs der acht „Weinwirtschafts-Tage“ die Lions Köchinnen und Köche. Etliche von ihnen haben ein Lieblingsgericht vorbereitet, das sie gerne für den guten Zweck kochen. An zwei besonderen Tagen kommen Profis zum Zug: 25 gastronomische Betriebe stiften an den beiden Sonntagen (11. und 18.) eigene Kochkreationen oder stellen die entsprechenden hochwertigen Lebensmittel zur Verfügung.

Zu den Betrieben, mit deren Gerichten die Gäste eine kulinarische Reise durch den Rheingau genießen können, zählen: Gutsausschank und Gästehaus Rheinblick (Hattenheim), ZWEIUNDZWANZIG CAFÉ/WEINBAR (Geisenheim), Metzgerei Schneck (Rüdesheim), KNORZELSTUBE MANUFAKTUR (Geisenheim), Sébastien Catering (Geisenheim), Weinpunkt (Hattenheim), Rüdesheimer Schloss (Rüdesheim), Hotel Trapp (Rüdesheim), Landgasthof König (Stephanshausen), Hotel-Restaurant Zwei Mohren (Assmannshausen), Hotel Lindenwirt (Rüdesheim), Hotel-Restaurant „Zum Krug“ (Hattenheim), Altdeutsche Weinstube (Rüdesheim).

Weitere Sponsoren, die die Lions anderweitig unterstützen, sind Bäcker Dries (Rüdesheim), Christels Entenstube (Rüdesheim), Johannes Eckes Dekorationen (Rüdesheim), Diehl-Viertler Die Küchenhelden (Rüdesheim), Meier Druck (Rüdesheim), Weiler Hausgeräte (Wiesbaden) und das Rheingau Echo (Geisenheim).

Gerne im Hintergrund halten sich die beiden Hauptsponsoren: Gabi und Karl-Josef Schmidt haben die Weinwirtschaft überhaupt erst möglich gemacht, weil sie ihren Kapellenhof seit Jahren jeweils für zwei Wochenenden öffnen. Karl-Josef Schmidt ist selbst Mitglied des Lions Clubs und stellt die Räumlichkeiten im Erdgeschoss des prachtvollen Gebäudes „seinem“ Verein für die „Weinwirtschaft“ zur Verfügung.

Bier am Männertag

Nachdem die „Weinwirtschaft“ ihren früheren Namen „Straußwirtschaft“ nicht mehr führen durfte (in einer Straußwirtschaft darf nur eigener Wein ausgeschenkt werden) könnte bald schon wieder eine Umstellung anstehen. Denn erstmals wird auch Bier ausgeschenkt – wenn auch nur am 17. November, der mit dem Aufruf „Männer an den Herd“ zum „Männertag“ erklärt wurde. Hintergrund: Das Weingut „Werk2“ in Geisenheim, das ansonsten immer Wein gespendet hatte, braut mittlerweile auch ganz spezielle „Craftbeere“ – und ebendiese Biere werden am „Männertag“ ausgeschenkt. Beim Probeessen regte sich ob der Bevorzugung der Männer Protest bei der Damenwelt, so dass es nun auch einen ganz speziellen Wabi-sabi-Cocktail für die Damen geben soll.

In diesem Jahr haben sich die Lions entschieden, den größten Teil des Reinerlöses auf drei Organisationen aufzuteilen: Einer der Empfänger ist – nicht zum ersten Mal – das Netzwerk Leseförderung Rheingau Taunus e.V., das sich um Kinder aus dem gesamten Kreisgebiet kümmert und die für die Entwicklung der Kinder so wichtige Freude am Lesen fördern will. Auch die zweite Empfängerin ist eine gute alte Bekannte: Bernadine Angalusha, die in ihrem Heimatland Kenia ihren Job als Lehrerin aufgab, um in Deutschland als Postbotin, Englischlehrerin und Köchin – fast – rund um die Uhr zu arbeiten, um mehr Geld zu verdienen, mit dem sie dann Waisenkinder in ihrem Dorf unterstützt. Ihr Projekt „in our own quiet way“ wird gerne von den Lions unterstützt.

Den Bezug zum Rheingau verkörpern die drei Kühe „Rheingau“, „Rüdesheim“ und „Ingo“, die mit Spenden der Lions oder ihrer Freunde gekauft werden konnten.

Dianino

Neu im Empfänger-Pool ist die Stiftung Dianino, für die Elke Büdenbender, die Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier die Schirmherrschaft übernommen hat. Dianino unterstützt deutschlandweit an Diabetes erkrankte Kinder. Zum Probeessen war mit Susanne Poppelreuter eine Dianino-Nanny gekommen, die sich selbst um kranke Kinder kümmert und in bewegenden Worten das Leid der zuckerkranken Kinder schilderte. Eindrucksvoll beschrieb Frau Poppelreuter wie schwierig es ist, Kindern und Jugendlichen die beim Diabetes Typ I so wichtige Betreuung und Aufmerksamkeit in Familie, Kindergarten oder Schule zu geben.

Diabetes ist ein neues Schwerpunktthema für Lions international, aber nicht nur deswegen ist es für die Lions Ehrensache, dass sie „ehrlich, gesund und frisch“ kochen. Christine Meuer: „Die Gerichte auf unserer Karte enthalten keine versteckten Zuckerarten oder Kohlenhydrate in Form von Zusatzstoffen. Mit unseren Speisen haben Menschen mit und ohne Diabetes gleichermaßen Freude am Genuss“.

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