„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“
Die Rheingauer Bezirkswallfahrt war Auftakt der Festwoche im Kloster Marienthal

Die Herz-Jesu-Schwestern aus dem Rüdesheimer Krankenhaus trugen das Marienthaler Gnadenbild.

Marienthal. (chk) – „Mit Maria im Glauben wachsen“, war das Motto der Bezirkswallfahrt der Rheingauer Gemeinden, mit der am Sonntag die Festwoche im Kloster Marienthal eröffnet wurde. Die Wallfahrt war von der Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau und dem Katholischen Bezirksbüro Rheingau vorbereitet worden. Hauptzelebrant war Bezirksdekan Ralph Senft; die Predigt hielt Pfarrer Marcus Fischer. Priester, Pastoralreferentinnen, Pastoralreferenten und Ehrenamtliche aus den beiden Rheingauer Pfarreien gestalteten die Messe mit.

Die Kolpingfamilie Winkel war mit Fahnenträgern vertreten.

Gut gefüllt war der Pilgerplatz. Schon in aller Frühe hatten sich Pilgerinnen und Pilger zu Fuß aus verschiedenen Richtungen auf den Weg gemacht. Manche kamen mit dem Fahrrad oder mit dem Bus, und viele reisten mit dem Auto an. Auch aus dem Großraum Rhein-Main kommen stets Wallfahrer zu solchen Gottesdiensten nach Marienthal.

Sehr festlich wurde die Messe von den Mitwirkenden der Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau und auch aus anderen Rheingauer Kirchorten mit Pater Bernold Geyer und den Franziskanern von Marienthal gestaltet. Die Gesänge aus dem Liedblatt wurden von Organistin Nadine Templin und von den Rheingauer Dombläsern begleitet. Das Bläserquartett hat sich im Mai neu zusammengefunden, nachdem es 15 Jahre nicht mehr gemeinsam musiziert hat. „Wir wollen an die alte Tradition der Bläsermusik im Rheingauer Dom anknüpfen“, erklärte Trompeter Harald Zerbe nach der Messe. Er gehörte auch schon dem früheren Ensemble an, das 1989 gegründet worden war, und hat sich nun zusammengetan mit Trompeter Marcus Seibert und den beiden Posaunisten Kai Hinze und Jochen Weingärtner. Die Kinderchöre des Rheingauer Doms unter der Leitung von Florian Brachtendorf, der Kinder- und Jugendchor von St. Peter und Paul Eltville unter der Leitung von Stefania Bienek und Uta Maria Neuhoff und die Kinderschola von St. Martin Lorch unter der Leitung von Bernhard Arlt-Lembach bereicherten die Messe mit feierlichen und zugleich erfrischenden Liedbeiträgen.

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“, sei das Jahresmotto der Pfarrei Heilig Kreuz, erklärte Pfarrer Marcus Fischer, auf das er in seiner Predigt einging und es dann Ehrenamtlichen aus verschiedenen Rheingauer Kirchorten überließ, die „Früchte“ ihres eigenen Glaubens am Mikrofon vor der großen Festgemeinde zu bekennen. Für Dr. Ursula Immesberger aus Eltville war es die Erkenntnis, dass ihr Glaube ihr die Freiheit gibt, auch Fehler zu machen und scheitern zu dürfen. Dass ein Wagnis in Eltville, nämlich den Kirchenladen zu eröffnen, offensichtlich kein Fehler war, sondern sich als Erfolg erweist, bezeichnete sie als eine Frucht des Glaubens, die zeige, dass es sich lohne, Dinge auszuprobieren und Risiken einzugehen. „Wir haben in den ersten drei Monaten eine überwältigende Resonanz erfahren“, betonte sie. Für Martina Hock aus Rüdesheim war es die Erkenntnis, dass sie ihre Unsicherheit jederzeit mit auf ihren Weg nehmen und mit Gott ins Gespräch kommen darf. Als sie sich das erste Mal auf den deutschen Jakobsweg begab, betete sie in einer Kirche um Gottes Führung – ein Gebet, das eine sofortige Erhörung fand, denn ihr wurde ein schönes Quartier zuteil, von dem sie zuvor nicht zu träumen gewagt hatte. Diese Erfahrung konnte sie auf ihren weiteren Weg mitnehmen. Auch Melina Rohrbach aus Ransel sprach vom Zulassen ihrer Unsicherheit und zugleich ihrer Offenheit als wichtigste Früchte ihres Glaubens. Sie hat gerade ihr Theologiestudium beendet und hat aufgehört, sich in eine bestimmte berufliche Richtung „pushen“ zu lassen, wenn es sich für sie nicht richtig anfühlt. Sie wolle darauf vertrauen, dass Gott ihr den Weg zeige, wenn der richtige Augenblick dafür da sei, bekannte sie.

Nach der Eucharistiefeier, dem Schlusslied und Worten des Dankes für die Gastfreundschaft der Franziskaner und alle Mitwirkende fand die Messe ihren Abschluss in einer kurzen Prozession rund um den Pilgerplatz. Vier Herz-Jesu-Schwestern aus dem Rüdesheimer Krankenhaus trugen das Gnadenbild. Im Anschluss daran durften sich die Pilgerinnen und Pilger bei einem Linseneintopf stärken, der in einer vegetarischen Variante oder mit Wurst angeboten wurde – gekocht von den Eltern der Chorsingschule am Rheingauer Dom.

Nach dem Mittagessen spielte die Theatergruppe „Stella Maris“ ihr Stück „… und er liebte sie bis zum Ende.“ Anschließend luden die Franziskaner ein zum Marienlob auf dem Pilgerplatz und zur Prozession mit dem Gnadenbild, die an Festtagen zu den Höhepunkten im Kloster Marienthal zählt. Auf dem Kreuzweg des Klosters sangen die Wallfahrerinnen und Wallfahrer Lieder aus dem Begleitbuch der Marienthaler Wallfahrt, in der sich die jahrhundertelange Marienverehrung dieses Ortes widerspiegelt. Den Abschluss der Prozessions-Lieder bildet immer das Marienthaler Wallfahrtslied: „Im Rheingau umhütet von rauschendem Wald, ein Glöcklein so traut und so lieblich erschallt: Ave, ave, ave Maria! Ave, ave, ave Maria!“

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