Ein Leben lang die Gastfreundschaft gepflegt

Mit Lieselotte Hufnagel verstarb eine legendäre Rheingauer Gastronomin

Bis zuletzt wurde Lilo Hufnagel liebevoll umsorgt von Tochter Irene, Enkelin Johanna und der kleinen Urenkelin, die ihren Namen trägt.

Rheingau. (sf) – Bis zum Schluss stand bei ihr immer eine Flasche Wein für Gäste parat und die Tür für Freunde immer weit offen: 94 Jahre pflegte Lieselotte Hufnagel, die von allen liebevoll Lilo genannt wurde, die Gastfreundschaft in Reinkultur. Jetzt trauert der Rheingau um eine legendäre Gastronomin, die Jahrzehnte lang das Geschehen in der Assmannshäuser Krone prägte.

Das Umsorgen von Gästen wurde Lieselotte Hufnagel schon in die Wiege gelegt: Am 12. September 1926 kam sie als Tochter eines Freiburger Hoteliers auf die Welt.

Das Hotel „Oberkirch“ am Münsterplatz in Freiburg ist seit langen Jahren im Familienbesitz und wird heute von Lilo Hufnagels Schwester geführt. Ganz klar, dass die junge Lilo nach ihrer Schulausbildung auch in das Hotelfach einstieg und den Beruf von der Pike auf erlernte. Direkt danach stieg sie in das elterliche Hotel ein.

Von dort holte sie dann ein Rheingauer weg: Josef Hufnagel hatte von einem Kriegskameraden in den schwersten Stunden seines Lebens in Stalingrad gehört, dass die schönste Frau in Freiburg lebe und im Hotel „Oberkirch“ arbeite. Der Rheingauer Hotelier schwor sich, nach dem Krieg nach Freiburg zu reisen und sich von dieser Aussage zu überzeugen. Vom Fleck weg verliebte er sich in Lilo und nahm sie mit in den Rheingau.

Als Ehefrau des Hoteliers der „Krone“ in Assmannshausen mit ihrer aufregenden Geschichte wurde sie für Jahrzehnte zur guten Seele des traditionsreichen Hauses, das die Familie Hufnagel seit 1841 leitete. Berühmte Politiker, gekrönte Häupter und Stars und Sternchen aus aller Welt empfing die Hotelchefin mit ihrer herzlichen Art in den vielen Jahrzehnten, in denen sie mit ihrem Mann die „Krone“ leitete. Bis zuletzt bewahrte sie vornehme Diskretion, wenn es um die vielen Geschichten ging, die wohl hinter den hohen Besuchen in der Krone stehen.

Ihren Lebensabend verbrachte sie seit einigen Jahren in Johannisberg, umsorgt von ihrer Familie mit Tochter Irene, Enkelin Johanna und der kleinen Urenkelin, die ihren Namen trägt. Bis ins hohe Alter hielt sie sich fit mit Wandern und wöchentlichen kleinen Touren im Rheingau und natürlich auch der Einkehr mit einem Schöppche. Und bis zuletzt sei Lilo Hufnagel eine interessierte und neugierige Person geblieben, die jeden Tag die Zeitung las, die guten Taten des Lions Club unterstützte und sich am Leben erfreute.

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