Martin Rabanus vertritt wieder den Rheingau in Berlin

Der Taunussteiner rückte im Januar für Kaweh Mansoori in den Deutschen Bundestag nach

Marius Weis, Martin Rabanus, Nancy Faeser, Johannes Ossa und Nikolaos Stavridis (v.l.n.r.) vor dem Besuch der Wallufer Schiffchen Bücherei im Jahr 2021.

„Es war ein ganz bewegender Moment, als mich Bundestagspräsidentin Bärbel Bas zu Beginn der Generaldebatte am 31. Januar über den Etat 2024, wieder in die Reihen des Parlaments zurückgekehrt, willkommen hieß und ich von vielen Abgeordneten auch aus anderen Fraktionen viel Willkommensbeifall erhielt“, beschreibt Martin Rabanus (SPD) seine Stimmungslage zu diesem Zeitpunkt.

Wie er lebhaft berichtet, hatte er einige Tage zuvor einen Termin mit dem hessischen Landeswahlleiter Dr. Wilhelm Kanther im Hessischen Ministerium des Inneren absolviert. Der Grund war die Feststellung des Mandatswechsels und Annahme des Mandats. Durch seine Zusage sei er nach gut zweijähriger Unterbrechung wieder Mitglied im Deutschen Bundestag für den Wahlkreis Rheingau-Taunus/Limburg.

Nachdem der Taunussteiner diesen Wahlkreis bereits von 2013 bis 2021 als Abgeordneter vertreten und von 2014 bis 2018 dem erweiterten Vorstand der SPD-Fraktion im Bundestag angehört hatte, war er seit Februar 2018 kulturpolitischer Sprecher dieser Fraktion.

Bei der Wahl im September 2021 verfehlte Rabanus knapp den Einzug in den Deutschen Bundestag. Zwar konnte er den Rheingau-Taunus-Kreis für sich entscheiden, allerdings unterlag er insgesamt im Wahlkreis knapp gegen seinen Gegenkandidaten von der CDU.

Auch über die Landesliste, auf dem er auf Platz 9 positioniert war, konnte er nicht in den Bundestag einziehen, weil insbesondere in Südhessen viele Direktmandate überraschend von der SPD gewonnen wurden. Deshalb war er der erste Nachrücker der hessischen SPD beim Ausscheiden eines hessischen SPD-Abgeordneten aus dem Deutschen Bundestag.

Als nach der Landtagswahl in Hessen im vergangenen Oktober CDU und SPD sich in den Koalitionsverhandlungen einig darüber wurden, eine neue Regierung zu bilden und darin auch zwei SPD-Abgeordnete als Minister zu berufen, konnte Rabanus nach dem Mandatsverzicht von Kaweh Mansoori (Staatsminister für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum sowie Stellvertreter des Hessischen Ministerpräsidenten) in den Bundestag nachrücken. Im Verlaufe der Koalitionsverhandlungen habe er, so Rabanus, die Federführung für die SPD in der Gruppe Kultur und Medien übernommen und der Gruppe Wissenschaft und Innovation angehört.

Wie dieser weiter berichtet, „bin ich nach einer Übergangszeit im Sommer 2022 in den hessischen Landesdienst zurückgekehrt, aus dem ich 2013 ausschied“. Darin habe er eine Bereichsleitung im Hessischen Landtag mit der Zuständigkeit für Arbeitssicherheit, Gesundheitsmanagement und Brandschutz übernommen.

Parallel dazu habe er sich, so Rabanus, weiter ehrenamtlich auf verschiedenen Feldern engagiert. Neben der Mitgliedschaft im Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises und der Übernahme verschiedener Funktionen in der SPD vor Ort ist er Vorsitzender des Deutschen Volkshochschul-Verbandes sowie Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der telc gGmbH mit Sitz in Bad Homburg.

2022 organisierte und moderierte er den ersten Branchendialog der deutschen Filmwirtschaft in Berlin. Er gehörte bis Dezember 2023 dem Hörfunkrat von Deuschlandradio an und engagiert sich im Kulturforum sowie in der Medien- und Netzpolitischen Kommission beim SPD Parteivorstand. Außerdem gehört er seit Sommer 2023 dem Vorstand der SPD im Bezirk Hessen-Süd an.

Mit Blick in die Zukunft erklärt Rabanus, „will ich die genannten Ehrenämter auch parallel zu meinem Bundestagsmandat fortführen“. Dies betreffe insbesondere die Mitgliedschaft im Kreistag und die mit dem Vorsitz des Deutschen Volkshochschul-Verbandes verbundenen Aufgaben. Gerade die Verwurzelung vor Ort bezeichnet er als „sehr wichtig“. Deshalb werde er auch die meiste Zeit in seinem Wahlkreis verbringen, um die Interessen der Region zwischen Rheingau und Westerwald wirkungsvoll auch im Berlin vertreten zu können. Bereits ab sofort sei er jederzeit ansprechbar über das Wahlkreisbüro, das wieder in Taunusstein in der Mainzer Allee 17-19 eingerichtet wird und postalisch bereits jetzt erreichbar ist.

Über seine Zuständigkeiten in der Bundespolitik kann Rabanus derzeit noch keine Angaben machen, weil diese erst in der Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion am 20. Februar festgelegt werden sollen. Rabanus macht aber kein Geheimnis daraus, dass er in seinen alten Schwerpunktbereichen Kultur, Medien, Wissenschaft, Bildung wieder tätig sein möchte.

Dies sind, betont er nachdrücklich, „meine Herzensthemen, denn da kenne ich mich aus und es bedarf praktisch keiner Einarbeitung“.

Die bestehenden Verbindungen zu den entsprechenden Netzwerken habe er nie abreißen lassen. Selbstverständlich werde er alle Fragen von regionalem Interesse sehr genau beobachten und sich lautstark einmischen, wie beispielsweise beim Weingesetz oder bei der Straßen- und Schieneninfrastruktur.

Ganz aktuell gehe es ihm zunächst darum, die Büros in Berlin und in Taunusstein ins Laufen zu bringen: Telefon, Möbel und Computertechnik seien bestellt und Mitte des Monats zu erwarten. Auch erste Personalgespräche habe er geführt und erste Personalentscheidungen getroffen. Die Teams sollen Anfang März stehen und die Arbeit beginnen. Nach Klärung aller weiteren Details werde er auch darüber informieren, wann Bürgersprechstunden persönlich und digital stattfinden und zu welchem Zeitpunkt und an welchem Ort man ihn im Wahlkreis und darüber hinaus antreffen könne.

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