Meisterin der harmonischen Formen

Tag der offenen Töpferei bei Dorothea Füll nach einem nicht einfachen Corona-Jahr

Dorothea Füll präsentiert in ihrer Ladengalerie ihre ansprechenden Objekte, darunter auch ihre neuen schweren Keramikvasen (in ihrer Hand und oben links auf dem Regal).

Zum Tag der offenen Töpferei hatte Dorothea Füll am vergangenen Wochenende in ihre Keramikwerkstatt eingeladen. In der hellen, mit Frühlingsblumen geschmückten Ladengalerie präsentiert sie Vasen, Schalen, Becher, Kerzenständer und andere Gebrauchskeramik, die durch harmonische geometrische Formen und schlichte Eleganz beeindrucken. Die Exaktheit ihrer Objekte zeugt von unaufdringlicher Originalität und strahlt Ruhe aus. Jedes Keramikwerk fertigt sie nach eigenen Entwürfen an der Töpferscheibe. „Das fasziniert mich immer noch: Ich lege ein Stück Ton auf die Scheibe – und dann entsteht ein schönes Gefäß“, erklärt sie und zeigt, wie sie beim Drehen die Arbeit ihrer Hände im Spiegel beobachtet.

1990 hat sie die Meisterprüfung in Höhr-Grenzhausen abgelegt und im selben Jahr ihre Keramikwerkstatt in der früheren Kfz-Werkstatt ihres Vaters in Walluf eröffnet. Den größten Teil ihrer Objekte verkauft sie auf Märkten, die am Wochenende stattfinden. „Letztes Jahr war ich auf 22 Märkten angemeldet, die fast alle wegen Corona abgesagt wurden“, berichtet sie. „Nur im Spätsommer und Herbst fanden noch sechs Märkte statt.“ Auch in diesem Jahr hat sie viele Zusagen für Märkte erhalten, aber die ersten beiden Termine im April und im Mai sind schon abgesagt worden. Da viele Töpfer- und Kunsthandwerkermärkte im August und September stattfinden, setzt sie große Hoffnungen darauf. „Ich freue mich auch auf den Töpfermarkt Anfang November in Alzey.“ An diesem Markt für meisterhafte Gebrauchskeramik hatte sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal teilgenommen und er hatte ihr besonders gut gefallen.

Da die Weihnachtsmärkte ausfielen, hatte sie sich über eine Chance gefreut, einige ihre Objekte für drei Monate in einem Pop-up-Laden einer Kollegin in Darmstadt bis Ende Dezember präsentieren zu können, doch das gute Weihnachtsgeschäft wurde auch dort durch den Lockdown Mitte Dezember zunichte gemacht. „Was mir geholfen hat, war ein Stipendium der Hessischen Kulturstiftung für mein Vasenprojekt Ende des Jahres“, erzählt sie. In diesem Projekt hat sie besonders stabile Keramikvasen in einem ansprechenden Design geschaffen, die nicht umkippen, wenn man schwere Zweige oder Blumen wie beispielsweise eine Amaryllis hineinstellt. Seit einigen Jahren arbeitet sie auch mit Porzellan und fertigt zarte Deko-Anhänger wie Sterne oder Häschen, die besonders gerne an Weihnachten oder an Ostern verwendet werden.

Der Tag der offenen Töpferei durfte nur unter strengen Hygienevorschriften mit vorheriger Anmeldung durchgeführt werden und hat dieses Mal nur verhältnismäßig wenige Interessierte in Dorothea Fülls Keramikwerkstatt und die einladende Ladengalerie gelockt. Neben ihren normalen Öffnungszeiten wird sie sich auch an den Tagen der offenen Tür im Rahmen der Europäischen Tage des Kunsthandwerks (ETAK) beteiligen, die vom 9. bis 11. April stattfinden und in Hessen von der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern veranstaltet werden.

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