Blick über den Rhein Freundschaft verbindet – Gemeinsam für die Zukunft
Akademischer Abend zur Gründung der Verschwisterung zwischen Walluf und Galbiate / Mit La Londe Dreieck der Freundschaft


Walluf. (mh) –
„Anlässlich der feierlichen Gründung der Partnerschaft zwischen der Gemeinde Walluf und der Gemeinde Galbiate bekräftigen wir unseren gemeinsamen Willen, ein neues Kapitel aufzuschlagen und eine lebendige, von gegenseitigem Respekt und europäischem Geist getragene Verbindung einzugehen“, lautet unter anderem der Text der Verschwisterungsurkunde, die Bürgermeister Nikolaos Stavridis und sein italienischer Amtskollege Piergiovanni Montanelli im Rahmen eines akademischen Abends in Anwesenheit von Mitgliedern aus der französischen Partnergemeinde La Londe les Maures in der Aula der Walluftalschule unter großem Beifall unterzeichneten.
„Heute ist ein besonderer Tag für unsere Gemeinde, denn mit der feierlichen Unterzeichnung der Städtepartnerschaft mit Galbiate setzen wir ein sichtbares Zeichen für Freundschaft, Zusammenarbeit und ein lebendiges geeintes Europa“, freute sich Stavridis in seiner Rede.
Städtepartnerschaften seien mehr als formale Vereinbarungen, sondern Brücken zwischen Menschen, Kulturen und Lebenswelten. Sie schafften Begegnungen, förderten Verständnis und ließen aus Fremden Freunde werden. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor vielfältigen Herausforderungen stehe, sei es wichtiger denn je, den Gedanken der Gemeinschaft aktiv zu leben. Er danke seinem französischen Kollegen Francois De Canson, Valérie Urbin stellvertretend für das Comité de Jumelage und Christine Portz stellvertretend für das Deutsch-Französische Komitee, „die alle maßgeblich dazu beigetragen haben, dass unsere seit nunmehr 61 Jahren bestehende Freundschaft sich weiter entwickelt.“
Ganz besonders freue sich Stavridis, „dass der Weg zu der neuen Partnerschaft über unsere französischen Freunde führte und aus dieser bestehenden Freundschaft eine neue entstanden ist.“ Mit Galbiate verbinde Walluf nicht nur die Schönheit der Regionen, geprägt von Natur, Tradition und einer tief verwurzelten Lebensqualität, sondern auch der Wunsch, die beiderseitige Zukunft gemeinsam zu gestalten, „denn Freundschaften von heute sind das Fundament für das Europa von morgen“. Ein lebendiges Europa entstehe nicht nur in Brüssel, „sondern hier vor Ort.“
Als Weinbaugemeinde wisse man sehr wohl „Gut Ding braucht Zeit, Pflege und die richtigen Bedingungen, sowie eine echte Partnerschaft. Möge diese Verbindung wachsen und reifen, wie ein guter Wein.“ Er danke allen, die diese Verschwisterung mit großem Engagement vorbereitet und ermöglicht haben, „denn solche Projekte über Grenzen hinweg entstehen nicht von selbst.“
Brücken statt Mauern
„Die Unterzeichnung der Partnerschaft zwischen Galbiate und Walluf ist nicht nur ein gemeinsamer Verwaltungsakt oder Protokoll, sondern Ausdruck einer bewussten Entscheidung für die Freundschaft zwischen den Völkern, für den Dialog zwischen den Kulturen und an die Kraft menschlicher Beziehungen zu glauben“, bezeichnete es Bürgermeister Piergiovanni Montanelli als eine große Ehre, „Sie heute hier in Walluf an einem Tag zu treffen, der ein neues und wichtiges Kapitel in der Geschichte unserer Gemeinden einleitet.“
In einer Zeit, in der die Welt oft von Spannungen, Konflikten und Missverständnissen geprägt ist, „gewinnen Initiativen, wir die, die wir heute feiern, eine noch tiefere Bedeutung.“ Städtepartnerschaften seien eine konkrete Möglichkeit, Brücken statt Mauern zu bauen, Begegnung statt Misstrauen zu fördern und daran zu erinnern, dass lokale Gemeinschaften Protagonisten eines Europas sein können, das auf Frieden, Solidarität und Zusammenarbeit baut. „Freundschaft verbindet – Gemeinsam für die Zukunft“, laute der Slogan auf dem Programm dieser Tage, der in wenigen Worten die Bedeutung der Städtepartnerschaft auf den Punkt bringe.
Galbiate sei „eine Gemeinde, die tief mit ihren Traditionen, ihrer Geschichte verbunden, aber auch offen für den Austausch ist, über ihre Grenzen hinausblicken kann und in der Vielfalt eine Chance für Wachstum erkennt.“ Die Stadt und ihre schöne Landschaft, ganz in der Nähe von weltbekannten Orten wie Como, Bergamo und Mailand gelegen, sei einen Besuch wert und eine Heimat für Berg-, Wasser- und Radsportler. In der Stadt finde man Kunst, Kultur, Kino und Musik. Er danke Walluf für den Beitrag bei der Erstellung des größten Skateparks Italiens für Jugendliche.
Er sei sich sicher, „dass diese Städtepartnerschaft neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen den Schulen, Kultur- und Sportvereinen, Freiwilligengruppen, Wirtschaftsakteuren und vor allen zwischen den Bürgern bieten werde. Der wahre Erfolg einer Partnerschaft messe sich nicht an Unterschriften auf einem Dokument, sondern an den Freundschaften, den Austauschprogrammen und Bindungen, „die wir in den nächsten Jahren aufbauen können.“
Abschließend dankte er allen, „die mit Leidenschaft und Engagement daran gearbeitet haben, um dieses wichtige Ergebnis zu erreichen. Die Städtepartnerschaft ist kein End-, sondern ein Ausgangspunkt. Nun liegt es an uns allen, diese durch Initiativen, Begegnungen und Projekte mit Leben zu erfüllen. Möge dieser Tag unseren Gemeinden als Beginn einer langen Freundschaft in Erinnerung bleiben, die auf Vertrauen, Respekt und dem Willen beruht, gemeinsam eine Zukunft des Friedens und der Zusammenarbeit zu gestalten.“
Dreieck der Freundschaft
In der gemeinsamen Rede mit Gian Cesana, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Galbiate, richtete Daniela Bauer-Schwed ein ganz besonders Willkommen an die Gäste aus Italien und Frankreich. Es sei ihr eine große Freude, „diesen besonderen Moment der Gründung der gemeinsamen Partnerschaft mit Galbiate gemeinsam mit uns zu feiern.“
Diese habe sie im April 2026 aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft Galbiate mit La Londe erstmals besucht, „in der wir mit offenen Armen empfangen wurden“. Was sie dort erleben durfte, habe ihre Erwartungen weit übertroffen. Die Herzlichkeit, Freundlichkeit und Gastfreudschaft habe sie tief beeindruckt. Während des Aufenthalts sei ihr der Gedanke gekommen: „Können wir Wallufer unseren Gästen dieselbe Herzlichkeit bieten und können wir genauso gute Gastgeber sein?“ Eines könne sie versprechen: „Wir geben unser Bestes.“
Nachdem Walluf und La Londe seit 60 Jahren eine lebendige Städtepartnerschaft verbindet und Galbiate mit La Londe seit 25 Jahren, so Bauer-Schwed, „schließen wir heute diesen Kreis, denn aus zwei Partnerschaften entsteht ein Dreieck der Freundschaft.“ Weil mit der Unterzeichnung der Urkunde allein noch keine Freundschaft entstehe, bedürfe es Begegnungen, Besuche und gemeinsame Erlebnisse, „denn diese werden auch diese Partnerschaft mit Kontakten auf den unterschiedlichsten Ebenen, wie Vereinen, mit Leben erfüllen.“
Da eine Städtepartnerschaft nicht von allein entstehen könne, dankte sie allen vor Ort, die diese Freundschaft überhaupt erst möglich gemacht haben, „insbesondere unseren Freunden aus La Londe.“ Sie freue sich auf viele Jahre echter Freundschaft, „die man nicht unterschreiben, sondern leben muss.“
Auch der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Galbiate bezeichnete es als große Ehre für seine Delegation, "heute hier zu sein, um an diesem historischen Ereignis teilzunehmen, denn heute beginnt ein gemeinsamer Weg, den Walluf, La Londe und Galbiate Seite an Seite gehen werden.“. Jeder bringe seine Kultur, seine Bräuche und Traditionen mit. Er sei überzeugt, dass die Entfernungen zwischen den Gemeinden durch Freundschaft und gemeinsame Projekte, „die wir verwirklichen möchten“, überwunden werden. Der Empfang zur Unterzeichnung dieser Partnerschaft lasse keinen Zweifel daran, „dass wir in ihrem schönen Ort herzlich willkommen sind und uns wie zu Hause fühlen“.
In seinen Gedanken zum Dreieck Walluf, Galbiate, La Londe, das er das „europäische Dreieck der Freundschaft“ nannte, führte er aus, dass die Welt gerade in der heutigen Zeit mehr denn je Frieden und Brüderlichkeit zwischen den Völkern brauche. „Unsere drei Gemeinden sind von heute an offiziell wie die Pfeiler einer Brücke, die die Nationen miteinander verbindet, durch den Austausch von Kulturen, Ideen, Traditionen und Produkten, vereint unter einer gemeinsamen Flagge.“
Er sei sich sicher, „dass wir gemeinsam einen langen Weg vor uns haben. Unsere Verwaltungen, Partnerschaftskomitees und viele engagierte Bürgerinnen und Bürger werden Zeit, Energie und Ideen investieren, um in einer Atmosphäre der Freundschaft und des Feierns die Werte dieser Städtepartnerschaft an die kommenden Generationen weiterzugeben.“
Am Ende ihrer gemeinsamen Rede stießen beide mit allen Anwesenden auf Walluf, Galbiate, La Londe, die Partnerschaft und ein Europa an, das durch Freundschaft zusammenwächst, an.
„Es ist ein besonderer Abend, weil heute nach einer relativ kurzen Vorbereitungszeit das Dokument zur Partnerschaft zwischen Galbiate und Walluf unterzeichnet und ein weiterer starker Bund der Freundschaft über Grenzen hinweg besiegelt wird“, betonte Christine Portz, Vorsitzende des Deutsch-Französischen Komitees Walluf. Die seit vielen Jahrzehnten bestehende Verschwisterung zwischen Walluf und La Londe könne als Vorbild für freundschaftliche Verbundenheit, gegenseitiges Verständnis, Aufgeschlossenheit und Toleranz dienen, um zumindest innerhalb Europas einen Beitrag zu Frieden und Zusammenhalt zu leisten. Sie wünsche der deutsch-italienischen Partnerschaft und den betreffenden Komitees einen erfolgreichen Start und alles Gute für die Zukunft.
Valérie Urbin, Presidente du Comité de Jumelage La Londe, bezeichnete es als große Freude, die Verschwisterung von Walluf mit Galbiate mitzufeiern. Ihrem Komitee sei schnell klar geworden, eine dreier Städtepartner zu gründen. Da Walluf großes Interesse dazu signalisierte, habe ihr Komitee Kontakte zu Galbiate aufgenommen, getragen von dem Wunsch, über Grenzen in Europa Freundschaften aufzubauen.
Musikalisch bereichert wurde der akademische Abend von den „Late Night Tunes“ Alexander von Wangenheim am Piano und Sängerin Elena Aurora mit Darbietungen von „Azzurro“, „Tu cu fà Ll’americano“ und „Bella ciao“, die im Saal mitgesungen wurden. Moderation und Übersetzungen lagen in den Händen von Bernd Seibert, Mitglied im Vorstand des Deutsch-Italienischen Komitees Amici.
Nachdem die Verschwisterungsurkunden von den beiden Bürgermeistern unterschrieben und Geschenke verteilt worden waren, endete die Feierstunde mit der Intonation der Europahymne, in die alle einstimmten.





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