Ritter Hilchen feierte Fasnacht in Lorch

Ritter Hilchen feierte Fasnacht in Lorch

Erste Lorcher Raupensitzung in der Session / Ehrung für Manfred Schnaas

Das 39. Lorcher Kinderprinzenpaar Sina und Benjamin.

Lorch. (cp) – Auch in Lorch wird die fünfte Jahreszeit kräftig gefeiert. Die Lorcher Raupen stellen immer wieder ein vielfältiges Programm auf die Beine. Unübertroffen sind dabei die beiden Raupensitzungen, die seit vielen Jahren immer mit unterschiedlichen Beiträgen versehen sind.

Zur ersten Raupensitzung unter dem Motto „Ritter Hilchen lädt euch ein, zur Fassenacht in Lorch am Rhein“ traf man sich am vergangenen Wochenende im vollbesetzten Bürgerhaus.

Pünktlich um 19.11 Uhr folgte der Einmarsch des Elferrates mit Sitzungspräsident Eberhard Klein.

Nach der Begrüßung der zahlreich erschienen Narren war dann die Bühne frei für das 39. Lorcher Kinderprinzenpaar Sina, die I. (Korn) und Benjamin, der I. (Mischok), die zusammen mit den Garden und dem Zeremonienmeister (Nicolas Kunz) den Saal betraten. Sina kommt aus Lorch, Benjamin aus Geisenheim. Beide sind befreundet und da Sina die Prinzessin werden wollte, macht Benjamin den Prinzen. In Ermangelung Lorcher Prinzen, wie Sitzungspräsident Eberhard Klein sagte, „kommt unser Prinz aus Geisenheim. Wenn wir keine Lorcher Prinzen mehr haben, na ja, wir würden auch auf Lorchhäuser zurückgreifen“.

Mit einem dreifach donnernden „Raupen Helau“ wurde die bunt gekleidete Narrenschar begrüßt. Sina erinnerte daran, dass es im Mittelalter keine Handys gab und appellierte an die Gäste, diese auszumachen nur zum Fotografieren rauszuholen.

In den Reihen des LCV gibt es eine Reihe Tanzgarden – den Anfang machte die Mini-Garde. Mit ihrem 90er Jahre Medley konnten sie gleich das Publikum fesseln. Einstudiert von Franziska Bellarz und Bianca Hellerbach zeigten Leni Dahlen, Franziska Hufler, Svenja Keiper, Elisa Lichocki, Leona Lichocki, Fabienne Posleiko, Lilli Ruben, Chiara Schröder, Johanna Trick, Eva-Lotta Wittemann, Luisa Wurm und Lena Ziesen ihr Können. Ohne Zugabe durfte die Minigarde die Bühne nicht verlassen.

Aus dem Mittelalter kam nun Prinz Jonas nach Lorch und er brachte Alexa mit. Alexa ließ sich dabei sogar in den Mittelaltermodus umschalten und wurde so zur persönlichen Sprachmaid „Alexa von der künstlichen Weisheit“ aus dem fernen Amazon. Mit diesen und vielen weiteren Sprüchen wussten Alexa und Jonas (gespielt Jonas, Jan und Alexandra Klupsch) das Publikum zum Lachen zu bringen.

Unheil drohte nun auch dem Lorcher Bürgerhaus und dem Publikum. Eine Steuerprüfung stand an. Mit Jonas Klassen und Felix Laquai standen zwei langjährige Lorcher Fastnachter als Steuerprüfer in der Bütt. Nichts war ihnen entgangen – auch nicht, dass Herr Helbing immer dreimal um Lorch gefahren ist um eine höhere Kilometerpauschale absetzen zu können. Mit viel Wortwitz in ihrem Vortrag begeisterten sie das Publikum und die erste Rakete des Abends war fällig.

Zu „Tanz der Vampire“ war die Bühne dann für die Showtanzgruppe des LCV frei. Sieben junge Damen (Thea Göller, Zoe Hälbich, Hanna Happ, Charlotte Rössler, Maya Schwank, Enna Wielandt und Michelle Wittemann) und Graf Krolock (Fynn Ruben) rissen mit ihrem Tanz das Publikum mit. Einstudiert wurde das Ganze von Kerstin Nentwig und Annette Dahlen und auch hier war eine Zugabe fällig.

Vom schönen Leben als Ritter wusste Nicolas Kunz zu berichten. So stellte er fest: „Früher haben die Frauen gemacht was die Ritter wollten, heut machen sie alles nur nicht das, was sie sollen. Tja wie hatten es die früher die Ritter so schön“, war seine Feststellung.

Dann berichteten Matthias Korn und Matthias Zell von ihren Erfahrungen. So sprachen sie über den Verlust des Abteilungsleiters auf der Arbeit, der verstorben war. Nicht ganz klar war jedoch, wer noch mit ihm gegangen war. Wieso? Weil in der Todesanzeige stand, dass „,mit ihm einer unser fähigsten Mitarbeiter ging“. Auch die Untersuchung beim Urologen blieb nicht außen vor. „Aber das ist doch gar nicht so schlimm“, sagte sein Kumpel. „Ne“, antwortete der andere, „schlimm fand ich es erst, als ich den Doktor fragte, wo ich meine Unterhose hinlegen sollte und dieser antwortete, neben meine mein Lieber“. Ein mit Witz und Pointen gespickter Vortrag, der die Lachmuskeln des Publikums strapazierte und wieder eine Rakete fällig werden ließ.

„Games of Thrones“ hieß der Marsch, den die LCV Garde in beeindruckender Weise auf die Bühne brachte. Auch hier war wieder eine Zugabe fällig. Einstudiert von Sabrina Klassen tanzten Samira Baier, Sophia Bellarz, Jule Fröhlich, Nele Gentemann. Emily Laquai, Marie Magerl, Elli Rössler, Ronja Ruben, Franziska Schmidt, Johanna Schmidt, Nadine Schmidt und Mara Schneider.

Nichts blieb im Verborgenen alle Schandtaten und Tritte ins Fettnäpfchen kamen ans Licht: Auf der Bühne stand nun Markus Zell mit „LCV Aktuell 2020 – Die Tagesschau“. Von einem gefüllten Hundebeutel, der zu einem Seminar nach Hannover mitgenommen wurde und für irritierende Düfte sorgte, wusste er genauso zu berichten wie von der Sorge über die Auflösung des Lorchhäuser Traditionsvereines. Nachdem im letzten Jahr die letzten drei eisernen Junggesellen von Lorchhausen mit Frauen gesehen wurden, müsse man sich ernsthaft Sorgen machen, dass das letzte Lorchhäuser Bollwerk von Anstand, Sitte, Abstinenz, Moral und Gläubigkeit zerstört wird. Bei diesem auf den Punkt getroffenen Vortrag blieb kein Auge trocken. Bleibt zu hoffen, dass sich der Wunsch des Tagesschausprechers erfüllt und alle Lorcher bis zum nächsten Jahr wieder fleißig ins Fettnäpfchen treten.

In seiner einzigartigen Art und Weise begeisterte nach der Pause der Lorcher Troubadour (Berthold Lied) mit seinem Gesang und stimmte das Publikum auf die zweite Hälfte der Sitzung ein. Ein Liedfeuerwerk mit Zugabe und einer weiteren Rakete wurde geboten.

Seit vielen Jahren steht Frau Laberecker auf der LCV-Bühne, doch diesmal war es anders. Nicht Frau Laberecker stand auf der Bühne, sondern ihr Mann (Philipp Gellweiler), denn sie war in Kur, weil es ihr nicht so gut ging. Sie sei in einem Alter, in dem man zunehmen muss, um die ganzen Falten auszugleichen. Auf dem Weg sie zu besuchen, musste der Gatte nicht nur mit den Verspätungen der Bahn kämpfen, sondern auch mit den frechen Sprüchen einer jungen Frau (Nadine Schmidt). Doch bei allem Verdruss gab es etwas Gutes: „Heute hat mich die Bahn gerettet, dass sie nicht mehr kam, sonst hätte ich meine Frau besuchen müssen“, so Herr Laberecker.

Ehrung auf der LCV Bühne während der Sitzung sind eher ungewöhnlich – doch am vergangenen Wochenende schon. Geehrt wurde für 40 Jahre LCV Mitgliedschaft Manfred Schnaas, davon alleine 18 Jahre in der Jugendarbeit. Ein Anlass diese 40 Jahre in der Bütt Revue passieren zu lassen und zu zeigen, was er alles erlebt hat.

„Viele tanzbegeisterte junge Damen gibt es in Lorch“, so der Sitzungspräsident. „Wir sind darüber sehr froh, dass sich aus diesen jetzt wieder die Lorcher Prinzengarde neu gegründet hat“. Trainiert werden die Damen von Nele Gentemann und Mara Schneider, beide aktive LCV’ler, die ebenfalls in der LCV Garde mittanzen. Mit dem Titel „Children“ begeisterten Jasmin Bellarz, Chiara-Pilar Helbing, Malena Heldeis, Felicitas Hellerbach, Yasmin Iannone, Alexandra König, Carlotta Schneider, Emilie Wielandt und Sarah Wittemann. Für die Zuschauer war klar, das war „Spitze“. Eine Zugabe musste her und die nächste Rakete war fällig.

Vater (Michael Lacalli) und Sohn (Nils Lacalli) berichteten nun vom gemeinsamen Leben in einer Hausgemeinschaft und dass es für beide nicht leicht ist. Der Vater, der als Beamter an seiner Trägheit erkannt wird und der Sohn, der wegen seiner allgemeinen Faulheit Lehramtsstudent ist, boten zum Abschluss einen gelungener Vortrag, der dem Publikum wieder die Lachmuskeln strapazierte.

Mit einem von der Gruppe selbst einstudierten Tanz erfreute nun noch einmal die LCV Garde das Publikum. Dargeboten wurde „Mittelalter trifft the greatest showman“. Ein weiterer erstklassiger Showtanz der zum Schluss noch eine Zugabe fällig werden ließ.

Nach fünf Stunden Programm mit ausnahmslos Höhepunkten ging die erste LCV Sitzung im Bürgerhaus zu Ende. Zum großen Finale kamen alle Akteure auf die Bühne, um mit dem Publikum zu schunkeln und zu singen.

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