Riesling-Inhalationen und mineralische Hydro-Vinotherapie
Vollrads soll „Bad“ werden / Wasserquelle am Schloss hat Heilwasser-Qualität
Die durchgeführten Analysen zeigen eine stabile Zusammensetzung mit einer für Heilwasser relevanten Mineralisierung. „Vor diesem Hintergrund ist vorgesehen, die Quelle künftig nicht nur zur internen Versorgung, sondern ergänzend als natürliches Heilwasser zu verwenden. Die hierfür notwendigen Anerkennungs- und Anzeigeverfahren befinden sich aktuell in der finalen Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde beim Kreis. Erste sensorische Untersuchungen zeigen zudem, dass das Wasser – ähnlich wie die am Standort erzeugten Rieslinge – eine ausgeprägte mineralische Charakteristik aufweist“, erklärte die Schloss-Direktion. Diese Parallele werde derzeit auch im Hinblick auf mögliche therapeutische Anwendungen näher untersucht. In einem ersten Konzeptpapier wird hierzu der Ansatz einer „integrierten Hydro-Vinotherapie des Rheingaus“ skizziert, bei der Heilwasseranwendungen, moderate Riesling-Degustationen und landschaftsbezogene Erholungsphasen kombiniert werden. Neben klassischen Anwendungen würde dabei auch der Beitrag regionaltypischer Produkte – insbesondere des Rieslings – zur gesundheitsbezogenen Standortprofilierung diskutiert, ähnlich wie die Schroth-Kur in Oberstaufen. Auf jeden Fall soll das Wasser, in Flaschen abgefüllt, unter „Iocus Aprilis“ auch in den Getränkehandel kommen. Der Name ist abgeleitet von der in direkter Linie darüber liegenden Flur, in der auch die Jokusklause des CVW liegt.
Geplante bauliche Ergänzung
In direktem Zusammenhang mit der erweiterten Wassernutzung plant Schloss Vollrads auch, im Bereich hinter dem Neubau eine eigene Schloss-Heilwasseranstalt zu errichten: „Diese soll perspektivisch der Durchführung strukturierter Heilanwendungen und Kuren dienen. Konzeptionell vorgesehen sind unter anderem Anwendungen zur allgemeinen Regeneration sowie zur Unterstützung des Bewegungs- und Stoffwechselsystems.“
Ebenso werde auch geprüft, ob die Kombination aus Heilwasseranwendungen und moderaten Riesling-Dosierungen im Rahmen sogenannter „balneologischer Begleittherapien“ positive Effekte auf Wohlbefinden und Rekonvaleszenz haben kann. In den ersten Konzeptentwürfen sind dafür unter anderem Riesling-Inhalationen, mineralische Hydro-Vinotherapie sowie begleitende Ruhephasen vorgesehen.
Die bauliche Auslegung mit einem schlosseigenen Wellness-Center berücksichtige dabei hauptsächlich die medizinisch-funktionalen Anforderungen. Aber auch die langfristige Gewährleistung eines als „wohltuend ruhig“ eingestuften Raumklimas, das nach bisherigen Erkenntnissen unabhängig von der tatsächlichen Belegung stabil bleibe, sei geplant. „Ergänzend wollen wir auch prüfen, ob ein Teil der Anwendungen in sogenannten „temperierten Vinotherapieräumen“ erfolgen kann, deren klimatische Bedingungen an die für hochwertige Rieslinglagerung bewährten Parameter angelehnt sind“, so die Schloss-Direktion.
Schon jetzt befindet sich die formale Legitimation zur Führung der Bezeichnung „Bad Schloss Vollrads“ kurz vor dem Abschluss, erläutert die Leitung den derzeitigen Planungsstand. Auch die Abstimmung mit kommunalen Stellen hat man im Blick, weil nicht sicher ist, ob der Titel „Bad“ einer einzelnen Liegenschaft zugewiesen werden kann. So wurden ergänzend dazu erste Gespräche mit Bürgermeister Carsten Sinß aufgenommen, um die weitere Entwicklung auf kommunaler Ebene abzustimmen. In diesem Zusammenhang wird geprüft, ob die Voraussetzungen für eine kurörtliche Entwicklung der gesamten Stadt gegeben sind. Damit bestehe dann auch langfristig die Perspektive, Oestrich-Winkel im Rahmen eines abgestimmten Gesamtkonzepts als Kurort zu etablieren. Die Maßnahmen seien schließlich auch Teil einer langfristigen Standortstrategie: „Hier werden die historische Substanz, nachhaltige Ressourcennutzung und zeitgemäße Gesundheitsangebote miteinander verbunden.“ Weitere Informationen erfolgen nach Abschluss der laufenden Verfahren in einer offiziellen Pressekonferenz vor breiter Öffentlichkeit.


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